| Der Börsenstart des Social Networks Facebook ist nicht erst seit vergangenem Freitag in aller Munde, doch der turbulente Handelsstart heizte die Diskussionen weiter an. Nun berichtet heise online von Spekulationen mehrerer US-Medien, Facebook wolle als Konsequenz der technischen Pannen die Börse wechseln. Statt der rein computergestützten Technologiebörse Nasdaq, sei das Traditionshaus New York Stock Exchange (NYSE) im Gespräch. Dieses besitzt noch einen Parketthandel und Menschen nehmen die Order entgegen.
Sowohl der Fernsehsender CNBC als auch die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg beriefen sich auf eingeweihte Quellen und berichteten, dass Mitarbeiter von NYSE und Facebook in Kontakt stünden. Die heise online-Redaktion ergänzt jedoch, ein NYSE-Sprecher hätte diesen Gerüchten vehement widersprochen. Es habe keine Gespräche zu dem Thema gegeben, ein solches Vorgehen sei zum aktuellen Zeitpunkt auch gar nicht angebracht. Vertreter der Nasdaq äusserten sich nicht zu den Spekulationen.
Ausgerechnet beim bislang grössten IT-Börsengang kam es zu gravierenden Systemfehlern – der Börsengang Facebooks stand von seinem Beginn an unter keinem guten Stern: Rund 18 Prozent in drei Tagen hat die Aktie verloren. Erst am Mittwoch stoppte der der rasante Fall des Papiers, das sich bis Börsenschluss um 3 Prozent auf 32 Dollar erholte. Laut Manager Magazin online legte Facebook damit einen der „miesesten Börsengänge der vergangenen Jahre“ hin. Der Handel mit den Aktien des weltgrössten Social Networks hatte am vergangenen Freitag zunächst mit einer halben Stunde Verspätung begonnen, da die Computersysteme der Nasdaq mit der Flut der Auftragsänderungen und -stornierungen überfordert waren. Als Konsequenz blieben Investoren und Broker über Stunden im Unklaren über den Stand ihrer Kauf- und Verkaufsaufträge. Für Nasdaq hat das Ganze nun auch ein juristisches Nachspiel. So verklagte ein Investor aus dem US-Bundesstaat Maryland den Börsenbetreiber wegen Nachlässigkeit. In seiner Klageschrift beantragte Phillip Goldberg vor dem Bundesbezirksgericht in Manhattan den Status einer Sammelklage im Namen aller Investoren, die wegen der technischen Schwierigkeiten am 18. Mai Geld verloren hatten. Das Manager Magazin online ergänzt, Nasdaq hätte noch am Dienstag eingeräumt, bei dem IPO Fehler gemacht zu haben. Diese Pannen hätten nach Einschätzung der Investoren massgeblich zum deutlich geringer als erwartet ausgefallenem Interesse an den Anteilsscheinen beitgetragen.
Wird Facebook nun die Börse wechseln? Ein solches Vorgehen wäre zumindest historisch gesehen kein Einzelfall. Die Redaktion des Manager Magazin online ergänzt, die Berichte über das Angebot der NYSE, Facebook vollständig von der Nasdaq abwerben zu wollen, seien trotz allem bemerkenswert: „Ausgerechnet eine Firma, die wie kaum eine andere für Computerisierung und Internet steht, soll zu einer Börse wechseln, die noch einen Parketthandel besitzt, an der teils noch Menschen die Order entgegennehmen. Ausgerechnet die traditionsreiche NYSE bekommt im Wettbewerb um die Facebook-Aktie eine zweite Chance, weil die Rechner der Technologiebörse Nasdaq versagten.“ Eines steht fest - die Debatten und Spekulationen werden noch lange nicht abreissen.
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